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Eine ungewöhnliche Verbindung zwischen den USA und der rätoromanischen Kultur. Robert Ashley, Pionier der Elektronischen Musik und bekannt für seine «Television Operas», nutzt die Melodie der Sprachen in direkter Form für seine Musik. Klang und Exotik des Rumantsch haben ihn sofort begeistert. Emotionsentleerte Texte werden über Klangfeldern vorgetragen, ein Dämmerzustand entsteht, in dem sich die Schönheit der Sprache offenbart, ohne dass man etwas verstehen muss. In David Sontòns Trio verschmelzen die drei Instrumente zu der Stimme der «metta da fein», einem weiblichen Korngeist aus den vom bäuerlichen Alltag geprägten Sagen. Sie soll Kinder davon abhalten, sich ins wachsende Gras zu begeben. Wenn man am Wiesenrand steht und die Ohren gut spitzt, kann man das Raunen des Geistes wahrnehmen: es klingt ebenso bedrohlich wie verführerisch. Auch Timothy McCormack verschmelzt das Trio zu einem Instrument: Das Keyboard gibt kurze Aufnahmen von Violoncello und Horn zurück und schafft so einen lauten Klangteppich, Horn und Cello kämpfen sozusagen gegen ihre eigenen Schatten an.

Dank an: PHlogoneutrblackLRCuiraswEPSstzhKULTUR


MIXED BLESSINGS
ina spada a dus taglioms

 

Robert Ashley (*1930): Mixed Blessings, Indiana.
Für Horn, Violoncello und Synthesizer (2012, UA)

David Sontòn Caflisch (*1974): La metta da fein
Solo für Violoncello, Horn und Midi-Keyboard (2013, UA)

Timothy McCormack (*1984): Interfacing with the Surface.
Für Horn, Violoncello und Midi-Keyboard (2013, UA)

 

SAMUEL STOLL, HORN

MORITZ MÜLLENBACH, VIOLONCELLO

SIMONE KELLER, SYNTHESIZER