Hannah das Eis schmilzt

Eine Gruppe von Inuit freut sich tanzend und lachend: Endlich schmilzt das Eis! Endlich haben sie Zugang zu fruchtbarem Ackerboden! Endlich können sie Karotten anbauen!

Die Szene ist keine grotesk-zynische Zuspitzung unserer mit dem Klimawandel verbundenen Ängste – diese Szene war jüngst in einer TV-Reportage zu sehen. Wir sind live dabei, wenn die neue Spezies des arktischen Bauern geboren wird! Den schmalen Grat zwischen der Gewissheit, Zeuge einer Katastrophe zu sein, und dem Verdacht, einer inszenierten Realsatire beizuwohnen, betreten die Autorin Marianne Freidig und der Komponist Boris Bell mit „Petrol oder Die Geburt des arktischen Bauern. Eine MusikTheaterFarce“. Sie unternehmen damit den Versuch, ein existentielles Thema unserer Gegenwart für die Musik-Theater-Bühne fruchtbar zu machen, dabei aber gleichwohl den künstlerischen Anspruch nicht einer tagesaktuellen Beliebigkeit unterzuordnen. Sie werden vom jungen und experimentierfreudigen Ensemble Tzara aus Zürich und dem holländischen Regisseur Matthias Mooij unterstützt.

Hannah und Jens, Projektleiterin und Ingenieur eines Ölkonzerns, fördern Öl in der Arktis. Als die Tanker, die es nach Europa transportieren sollen, ausbleiben, fallen sie zunehmend aus ihrer bekannten Welt heraus und bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Realität, (Alb-) Traum und Halluzination. Und die Inuit bereiten sich auf eine neue Zeit und ihre Existenz als arktische Bauern vor.

Der Text von Marianne Freidig ist in 5 Teilen aufgebaut, in denen Ungewissheit und Chaos sich steigern. Die Musik von Boris Bell entwickelt sich in die gegensätzliche Richtung; sie wird im Laufe des Stücks immer harmonischer und ruhiger. Durch das Mittel der Space Notation wird schafft sie ein enges Zusammenspiel zwischen dem musikalischen und dem sprachlichen Rhythmus.

Komposition: Boris Bell

Autorin: Marianne Freidig

Regie: Matthias Mooij

Ausstattung: Jean Marc Desbonnets / Mirjam Egli

Technik: Stefan Marti

Dramaturgie: Peter-Jakob Kelting

 

Sebastian Krähenbühl: Jens, Ingenieur

Anna-Katharina Müller: Hannah, Projektleiterin

Robert Koller: Chef des Ölkonzerns

Inuit oder arktische Bauern:

Dawid Jarzynski, Klarinette

Moritz Müllenbach, Violoncello

Ai Yamamura / Zoï Tsokanou, Klavier

Sebastian Hofmann, Schlagzeug

 

Produktion: stranger in company®

mapemonde 

Spieldaten

 

Theater Tuchlaube, Aarau

01.03.2012 (Premiere)

02.03.2012

03.03.2012

 

gare du nord, Basel

11.05.2012

 

Theater Rigiblick, Zürich

22.05.2012

23.05.2012

07.06.2012

 

Schlachthaus, Bern

06.06.2012

08.06.2012

09.06.2012